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    <subfield code="a">Totes Kapital? Die Ökonomie des Leichnams auf den Britischen Inseln (ca. 1600–1830)</subfield>
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    <subfield code="a">Dr. Matthias Bähr</subfield>
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    <subfield code="a">Deutsche Forschungsgemeinschaft</subfield>
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    <subfield code="a">In der Frühen Neuzeit waren Leichen eine kostbare materielle Ressource. Unentwegt traten Kirchendiener und Pfarreien, Ärzte und Naturforscher, ja sogar Unternehmen und Aktiengesellschaften auf den Plan, die mit dem toten menschlichen Körper Geld verdienten – und oft verletzten sie dabei fundamentale Regeln des respektvollen Umgangs mit den Toten. Allerdings ist diese Ökonomie des Leichnams bislang weder von der Kulturgeschichte noch von der Wirtschaftsgeschichte in ihrer grundlegenden Bedeutung analysiert worden. Um diese Leerstelle zu überwinden und kultur- und wirtschaftshistorische Ansätze methodisch zusammenzuführen, entwickelt mein Projekt ein neues Analyseinstrument: "Nekro-Ökonomien". Unter Nekro-Ökonomien sind – in einer vorläufigen Arbeitsdefinition – variable Praktiken zu verstehen, die Leichen einer kommerziellen Verwertungslogik unterwerfen, ebenso wie spezielle Institutionen, veränderliche Konstellationen im normativen Kräftefeld von Wirtschaft, Moral, Religion und Reinheit sowie Konflikte um die angemessene Behandlung der Toten. In dieser Neuausrichtung erarbeitet mein Projekt erstmals eine wirtschaftshistorisch sensibilisierte Kulturgeschichte des toten menschlichen Körpers. Damit kann die wirtschaftliche Verwertung von Leichen als potentielle normative Extremsituationen aufgearbeitet werden, um auf diese Weise neue Einsichten in den frühneuzeitlichen Umgang mit Normenvielfalt zu gewinnen. In mikrohistorisch angelegten Fallstudien konzentriert sich das Vorhaben dabei exemplarisch auf die anglo-irische Praxis der Leichenverwertung und nimmt zwei höchst unterschiedliche normative Konfliktlagen in den Blick: Erstens – als ethisch hochsensibler "Grenzfall" – die wirtschaftliche Behandlung des Leichnams durch Nachbarn, Verwandte, vertraute Institutionen und rivalisierende Gruppen (Leichenarithmetik), zweitens die ökonomische Dimension von Leichen, die aus ihrem räumlichen, sozialen oder gar kulturellen Ursprungskontext entfernt wurden und die daher in vielerlei Hinsicht völlig anders normiert waren (Leichentransporte). Ausgewertet werden Quellenbestände in Dublin, London, Maynooth und Oxford. Auf dieser Grundlage entwirft das Projekt eine Typologie der wirtschaftlichen Leichenverwertung in der Frühen Neuzeit, rekonstruiert am Beispiel des Leichnams exemplarisch Praktiken der ökonomischen Bewältigung bzw. Begründung von Normenvielfalt und leistet mit dem neuartigen Konzept der Nekro-Ökonomien einen methodischen Beitrag zur Verbindung von Kultur- und Wirtschaftsgeschichte.</subfield>
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