DFG project G:(GEPRIS)404661920
Quantifizierung des Rückzugs der Gründungslinie in der Ostantarktis über die letzten Jahrtausende
| Coordinator | Dr. Clemens Schannwell |
| Grant period | 2018 - 2023 |
| Funding body | Deutsche Forschungsgemeinschaft |
| | DFG |
| Identifier | G:(GEPRIS)404661920 |
⇧ SPP 1158: Bereich Infrastruktur - Antarktisforschung mit vergleichenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten ⇧
Note: Durch die Ausübung einer dem Eisfluss entgegenwirkenden Kraft beeinträchtigen Eisrücken stark den Transport von Eis zum Ozean. Diese Kraft bestimmt den Meeresspiegelanstieg, der vom antarktischen Eisschild hervorgerufen wird. Modelle für vergangenen und zukünftigen Meeresspiegelanstieg haben bislang diesen Prozess niemals vollkommen aufgelöst. Gründe dafür sind einerseits nicht adäquate Beobachtungsdaten und andererseits Fließmodelle, die fast alle eine vereinfachte Form der physikalischen Gleichungen verwenden, die die nicht-lokalen Effekte der Eisrücken nicht vollständig repräsentieren. Daher werden hier zwei Hypothesen getestet: (1) Die weitverbreiteten physikalischen Vereinfachungen der Stokes-Gleichungen resultieren in einem negativen Bias für den Zeitpunkt und die Magnitude des zu erwartenden Meeresspiegelanstiegs. (2) Weiterhin stellen Eisrücken ein gesamtantarktisches Archiv für die Position vergangener Gründungslinien dar, falls die Eisrücken adäquat mit einem Stokes-Modell simuliert werden. Dieses Archiv kann dann die nächste Generation der Eisfließmodelle mit zuverlässigen Randbedingungen informieren, die zurzeit noch nicht existieren. Ich teste diese Hypothesen mit Simulationen von Eisrücken in Kombination mit dem Eisschild und einer dynamischen Gründungslinie in 3D. Dieser komplexe Modellierungsansatz verbunden mit geophysikalischen Messungen erlaubt es mir, den Effekt von Eisrücken auf die Eisdynamik zu quantifizieren und dadurch Unsicherheiten in Vorhersagen des Meeresspiegelanstiegs deutlich zu verringern. In Zusammenarbeit mit meinen nationalen und internationalen Partnern wird diese Studie einen wichtigen Beitrag leisten, die Rolle vom antarktischen Eisschild bei den plötzlichen Meeresspiegelanstiegsphasen am Beginn des Holozäns zu klären.
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