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000277586 150__ $$aFOR 1013: Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive$$y2008 - 2018
000277586 371__ $$aProfessor Dr. Martin Mulsow
000277586 371__ $$aProfessor Dr. Jörg Rüpke
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000277586 680__ $$aDie Forschergruppe will die bekannte Modernitätsdiagnose einer umfassenden Individualisierung aus dezidiert religionsgeschichtlichem Blickwinkel thematisieren und überprüfen. Dabei steht besonders die Frage im Vordergrund, ob individuelle Spielräume religiösen Handelns zu einer (Neu-)Gestaltung religiöser Traditionen führen und inwiefern dies seinerseits die religiöse Reflexion auf Individualität verändert - und zwar sowohl innerhalb wie außerhalb der westlich-"okzidentalen" Moderne. Von dieser Untersuchung verspricht sich die Forschergruppe zugleich kritische Rückschlüsse auf die Tragfähigkeit modernitätstheoretischer Modelle: Pauschale Theorien über Individualisierung und entsprechende universalgeschichtliche Konstruktionen sollen gezielt dadurch korrigiert werden, dass die historischen Bedingungen und Formen von (Ent-)Individualisierungsschüben Berücksichtigung finden. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die genaue Gestalt und die lebensweltliche Verbreitung religiöser Individualitätskonzepte zu richten, sodass sich in dichter Kommunikation zwischen historischen und religionswissenschaftlichen Disziplinen neue Quellen für die Religionsgeschichte erschließen lassen und herkömmliche Paradigmen für die Beschreibung von Religionen, religiöser Erfahrung und religiösem Wandel einer geschichtssensiblen Überprüfung unterzogen werden können. Jenseits eurozentrischer und "modernistischer" Engführungen also will die Forschergruppe den Zusammenhang von religiöser Individualität und Individualisierungsprozessen in zeitlicher Tiefe und geografischer Breite neu untersuchen, indem sie die "Bindestrich"-Disziplinen der Religionswissenschaften (Religionsphilosophie, -soziologie, -psychologie, -geschichte) in einen intensiven Austausch untereinander bringt und den Fellows zugleich den Raum bietet, einschlägige eigene Forschungen voranzutreiben. Damit wird sie einerseits zu einem differenzierteren Bild religiöser Individualisierung in der Moderne beitragen und andererseits - eben unter ausdrücklichem Einschluss auch des vormodernen und außereuropäischen Raums - innovative historische Perspektiven auf die Dynamik religiöser Traditionen eröffnen.
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