DFG project G:(GEPRIS)272761853

QCD Thermodynamik mit Isospindichte und Magnetfeldern

CoordinatorProfessor Dr. Gergely Endrödi
Grant period2015 - 2021
Funding bodyDeutsche Forschungsgemeinschaft
 DFG
IdentifierG:(GEPRIS)272761853

Note: Quantenchromodynamik (QCD) ist die Theorie der starken Wechselwirkung, die beschreibt, wie Hadronen (z.B. Protonen und Neutronen) aus Quarks und Gluonen aufgebaut sind. Die QCD hat ein nicht-triviales Phasendiagramm bezüglich Temperatur und Dichte, mit mindestens zwei sehr unterschiedlichen Phasen: einer hadronischen Phase bei niedrigen Temperaturen und einer Plasma-Phase bei hohen Temperaturen, dem sogenannten Quark-Gluon Plasma. Die Eigenschaften dieser Phasen spielen eine wichtige Rolle für mehrere physikalische Systeme: die Entwicklung des frühen Universums, das Verhalten der Materie im Kern von Neutronensternen und die Beschreibung von Schwerionen-Kollisionen. Die maßgeblichen Phänomene spielen sich in diesen Fällen bei nicht-verschwindender Temperatur, Teilchendichte und/oder elektromagnetischem Hintergrundfeld ab. Nehmen diese Zustandsparameter asymptotisch hohe Werte an, darf Störungstheorie verwendet werden, um die QCD-Thermodynamik zu untersuchen. Dagegen sind im Bereich des Phasenübergangs nicht-störungstheoretische Verfahren nötig.Die optimale Methode, um QCD bei nicht-verschwindender Temperatur und nicht-verschwindendem magnetischen Hintergrundfeld zu beschreiben, ist die numerische Monte-Carlo Simulation der diskretisierten Theorie. In der Tat wurden die meisten unserer Kenntnisse über den entsprechenden Bereich des Phasendiagramms durch QCD Gittersimulationen gewonnen. Allerdings ist die Gitterimplementation bei nicht-verschwindender Dichte wegen des Problems der komplexen Wirkung (des sogenannten sign-Problems) bekannterweise schwierig. Deshalb lassen sich nur spezielle Fälle, wie z.B. nicht-verschwindende Isospindichte auf dem Gitter direkt simulieren.Das vorliegende Projekt beabsichtigt, QCD-Thermodynamik in Gegenwart von Isospindichten und magnetischen Hintergrundfeldern auf dem Gitter zu untersuchen. Ein Teil des Projekts ist der Bestimmung des QCD-Phasendiagramms für nicht-verschwindende Isospindichte gewidmet. Die relevanten Effekte dabei sind Pion-Kondensation bei niedriger Temperatur und hoher Dichte - ein wichtiges Konzept für Neutronensterne - sowie das Dasein eines kritischen Endpunkts bei mittleren Dichten - ein Phänomen hochinteressant für Schwerionen-Kollisionen. Außerdem werden neue Observablen untersucht, um das QCD Phasendiagramm bei nicht-verschindender Magnetfeldern und Isospindichte zu bestimmen. Schließlich wird eine neuartige Methode entwickelt, um den hadronischen Beitrag zum anomalen magnetischen Moment des Myons zu messen.
   

Recent Publications

There are no publications


 Record created 2023-01-31, last modified 2024-09-28